Silbersuite

Leben mit Silber

Liebesmenue 2

Dinner for Two - Rendezvous mit Silber

Grusskarten, Blumen und kleine Geschenke – Millionen von Paaren feiern weltweit am 14. Februar, den Valentinstag. Spöttische Zunge behaupten, dass Blumenhändler diesen Tag ins Leben gerufen hätten, tatsächlich geht der Valentinstag auf den heiligen Valentin, der im 3. Jahrhundert in Rom gelebt haben soll und als Schutzpatron der Liebenden gilt, zurück. Ursprünglich war der 14. Februar ein kirchlicher Gedenktag, der 1969 aufgehoben wurde, da die Person Valentins nicht historisch belegt werden kann. Das stört die Liebespaare, die diesen Tag romantisch begehen allerdings wenig. Im 15. Jahrhundert kam in England der Brauch auf, „Valentinspaare“ auszulosen, die sich dann Gedichte und kleine Geschenke schickten. Mit den Auswanderern kam dieser Brauch in die USA und von da, nach dem Zweiten Weltkrieg mit den US-Soldaten nach Deutschland. Und heute - Tag der Liebe oder Tag des Konsums? Wer wie ich viel Zeit in Amerika verbrachte, weiß,12Austerngabeln Mann kann hier den Geburtstag missachten, ja, den Hochzeitstag vergessen – den Valentinstag aber zu ignorieren, ist absolut unverzeihlich. Die Blumenläden sind ausverkauft, die Juweliere machen das Geschäft des Jahres und in den Restaurants – schön kitschig mit roten Herzen dekoriert – gibt es keinen Platz. Wir hier in Deutschland sind da nicht ganz so verrückt, obwohl auch bei uns der Valentinstag jedes Jahr ein Milliardengeschäft ist. Ich persönlich habe es nicht so mit Gefühlen auf Kommando – närrisch an Karneval, fröhlich an Sylvester und romantisch am Valentinstag - eher nicht. Dagegen - ein Rosenstrauß ganz ohne Anlass, ein hübsches Geschenk einfach so, ein Candle Light Dinner an einem stinknormalen Mittwoch, Überraschungen dieser Art finde ich wunderbar und machen richtig glücklich. Man kommt nach Hause, leise Musik, Kerzenlicht und ein festlich gedeckter Tisch erwarten einen. Der Champagner ist gekühlt, ein nicht alltägliches Essen vorbereitet - jetzt noch schnell die Jeans gegen Abendkleid und Smoking getauscht- und der romantische Abend ist perfekt. Das Nonplusultra für das romantische „dinners for two“ waren für meinen Mann und mich stets ein Austernessen. Was ist so sexy wie bei Kerzenschein und Champagner mit einem geliebten Menschen Austern zu schlürfen (natürlich nur sofern man sie mag).

So habe ich auch für das "Liebesmenü" der Silbersuite diese Delikatesse gewählt, nicht zuletzt, da ich eine ganz außergewöhnliche Silber-Austernschale aus New York erwerben konnte, die hier die Hauptrolle spielt. Sie stammt von der Firma Clarence A. Vanderbilt, deren ausgefallene Silberobjekte gerne die Tafeln der New Yorker Upperclass schmückten. Ich bin nicht ganz glücklich mit dem einschränkenden Begriff „Oyster dish“, denn die Schale kann soviel mehr. Ich würde sie eher als Kühlschale benennen. Sie steht auf einem dicken Fuß, der in eine weite, schön verzierte Platte übergeht, in dessen Mitte eine tiefe Mulde eingelassen ist. Hier kommt das zerstoßene Jugendstiltablett WienEis hinein, auf dem - ja sicher Austern - aber auch die Kaviarschale, Shrimps, oder im Sommer Melonenscheiben oder Erdbeeren kühl gehalten werden können. Und auch ohne Eis, einfach als dekorative Schüssel im Mittelpunkt, ist sie perfekt für Ragouts, Saucen oder Salate, egal ob Hummer- oder Kartoffelsalat. Ein wirklich besonderes Tafelobjekt. Zu Austern gehören die richtigen Austerngabeln, hier ein 12er Satz aus Paris um 1880 in Silber 950, reich verziert mit Ranken, Muscheln und einem Neptun-Maskaron. Da Austern wohl eher in kleiner Gästerunde auf den Tisch kommen, gibt es den 12er Satz aufgeteilt zu je 6 Gabeln. Ein weiteres Highlight ist das Jugendstiltablett aus Wien. Fast herzförmig geschwungen mit plastischen Mohnblüten – eine der Lieblingsblumen des Jugendstils – verziert, wurde es in Silber 800 von der renommierten Wiener Silberfirma Eduard Friedmann gefertigt. Viele der Silberobjekte, die regelmäßig bei den Ausstellungen österreichischer Kunstgewerbe gezeigt wurden und heute in Museen angewandter Kunst stehen, entstanden nach Entwürfen berühmter Künstler und Architekten,Becher Leutschau detail2 wie Hans Bolek, Prof. Emanuel Josef Margold oder Milla Weltmann. Ob dieses Tablett dazugehörte, ist allerdings nicht belegt. Für romantisches Licht sorgt das Paar Londoner Leuchter von 1752, die Rosen stehen in einem Biedermeierbecher, dessen aufwändige Bildgravur, die beginnende Ära der Lokomotive der Kaiser Ferdinands-Nordbahn, verewigt . Der Becher wurde in Leutschau gefertigt, um 1840 zur österreichisch-ungarischen k. u. k. Monarchie zugehörig, heute unter dem Namen Levoca Teil der Slowakei.

Übrigens, ein kleines Geschenk, natürlich auch zum 14. Februar, macht immer viel Freude: Ein kleiner Silberrahmen zum Beispiel, mit dem schönen Foto vom letzten Urlaub oder filigrane Trompetenväschen mit Rosen bestückt, einen seltenen Overlay-Flakon, inklusive Lieblingsparfüm oder für das „Goldstück“ eine goldene Tasse. Denken Sie daran ab und an etwas Überraschendes, etwas Unerwartetes an einem x-beliebigen Tag zu planen, wie ein Rendezvous in den eigenen vier Wänden - das hält die Liebe jung!